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Mit Tarot das Muster des Unterpreisens durchbrechen

Ein praxisnaher Leitfaden, um zu niedrige Preise oder Gehaltsforderungen zu erkennen, Zahlen zu prüfen und Tarot gezielt zur Selbstreflexion zu nutzen.
Du kalkulierst ein Angebot, bereitest ein Gehaltsgespräch vor oder wirst nach deinem Honorar gefragt – und nennst erneut einen Betrag, der sich schon beim Aussprechen zu niedrig anfühlt. Gleichzeitig möchtest du nicht schwierig, gierig oder unkollegial wirken. Dieser innere Konflikt kann dazu führen, dass du deinen Aufwand kleinredest, zusätzliche Leistungen nicht berechnest oder eine Verhandlung zu früh beendest.
Der Preis dafür zeigt sich nicht nur auf dem Konto: Zu niedrige Vergütung kann Frust, Zeitdruck und Zweifel an der eigenen Arbeit verstärken. Dieser Leitfaden hilft dir, Zahlen und Annahmen voneinander zu trennen, dein Muster mit Tarot zu reflektieren und einen realistischen nächsten Schritt für Preis- oder Gehaltsgespräche festzulegen.
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Zuerst die Fakten und Zahlen prüfen
Bevor du Karten ziehst, halte die berufliche Situation möglichst nüchtern fest. Tarot ersetzt weder Kalkulation noch Marktvergleich oder fachliche Beratung. Notiere deshalb:
- Welche Leistung, Verantwortung oder Arbeitszeit du tatsächlich einbringst.
- Welchen Preis, Stundensatz oder welches Gehalt du bisher verlangst.
- Welche direkten Kosten, Abgaben und unbezahlten Aufgaben berücksichtigt werden müssen.
- Welche Vergleichswerte du aus seriösen Stellenanzeigen, Honorarübersichten oder konkreten Angeboten kennst.
- An welcher Stelle du regelmäßig nachgibst, Rabatte anbietest oder Zusatzarbeit übernimmst.
Wenn Verträge, Steuern, Schulden oder eine existenzielle finanzielle Belastung betroffen sind, haben belastbare Zahlen und passende professionelle Beratung Vorrang vor einer Tarot-Legung.
Woran du Unterpreisen erkennen kannst
Unterpreisen bedeutet nicht automatisch, dass jeder niedrige Betrag falsch ist. Entscheidend ist, ob deine Entscheidung bewusst getroffen wurde oder vor allem aus Druck, Angst vor Ablehnung oder fehlender Vorbereitung entsteht. Prüfe konkrete Situationen statt deinen Selbstwert pauschal zu bewerten.
- Du nennst einen Betrag, bevor Umfang und Bedingungen geklärt sind.
- Du gewährst Nachlässe, ohne dafür den Leistungsumfang anzupassen.
- Du übernimmst zusätzliche Aufgaben, ohne Vergütung oder Prioritäten neu zu besprechen.
- Du gehst mit einer Forderung ins Gespräch, kannst sie aber nicht anhand deiner Aufgaben oder Zahlen begründen.
- Du verwechselst ein unangenehmes Verhandlungsgefühl mit dem Beweis, zu viel zu verlangen.
Eine Tarot-Legung zur beruflichen Selbstreflexion
Tarot kann dir keine objektiv richtige Summe nennen und weder die Gedanken einer Führungskraft noch die Entscheidung eines Auftraggebers vorwegnehmen. Die Karten können jedoch helfen, deine eigenen Annahmen, Grenzen und Handlungsmöglichkeiten genauer zu betrachten.
- Karte 1 – Mein Auslöser: Was bringt mich dazu, meinen Preis oder meine Forderung zu senken?
- Karte 2 – Mein übersehenes Kriterium: Welche Leistung, Verantwortung oder Belastung beziehe ich bisher zu wenig ein?
- Karte 3 – Meine Grenze: Welche Bedingung möchte ich künftig klarer vertreten?
- Karte 4 – Mein nächster Schritt: Welche konkrete Vorbereitung oder Handlung liegt in meinem Einflussbereich?
Schreibe zu jeder Karte zuerst deine spontane Reaktion auf. Verbinde die Deutung anschließend mit den zuvor gesammelten Zahlen. Eine Karte ist kein Beleg für einen bestimmten Marktwert, sondern ein Anlass, deine Perspektive zu prüfen.
Vom Kartenbild zur belastbaren Forderung
Übersetze deine Erkenntnisse in eine Formulierung, die du im Arbeitsalltag verwenden kannst. Für Selbstständige kann das bedeuten, Leistungspakete, Zusatzaufwand und Zahlungsbedingungen klar zu trennen. Angestellte können Aufgaben, Verantwortung, Ergebnisse und den gewünschten Gesprächsrahmen geordnet festhalten.
- Definiere deinen Zielbetrag und eine Untergrenze, die zu deiner Kalkulation passt.
- Formuliere zwei oder drei sachliche Gründe für deine Forderung.
- Lege fest, welche Leistung bei einem niedrigeren Budget entfallen würde.
- Übe einen kurzen Satz, ohne dich für die Forderung zu entschuldigen.
- Bewerte nach dem nächsten Angebot oder Gespräch, an welcher Stelle du klar geblieben oder ausgewichen bist.
Eine mögliche Formulierung lautet: „Für diesen Umfang liegt mein Honorar bei … Wenn das Budget niedriger ist, können wir den Leistungsumfang entsprechend anpassen.“ Im Gehaltsgespräch kannst du deine Forderung direkt mit den dokumentierten Aufgaben und Verantwortungsbereichen verbinden.
Grenzen setzen, ohne die Verhandlung abzubrechen
Eine Grenze muss nicht hart oder konfrontativ klingen. Sie beschreibt, was du zu welchen Bedingungen leisten kannst. Wenn dein Gegenüber ablehnt, ist das keine sichere Aussage über deinen persönlichen Wert. Prüfe stattdessen, ob Budget, Aufgaben, Zeitrahmen und Erwartungen zusammenpassen.
Bei starkem Druck, unfairen Vertragsklauseln, ausstehenden Zahlungen oder finanzieller Abhängigkeit solltest du dich nicht allein auf eine Tarot-Deutung verlassen. Je nach Situation können eine Gewerkschaft, Berufsvertretung, Schuldnerberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung die passendere Unterstützung bieten.
Häufige Fragen zu Tarot und Unterpreisen
Kann Tarot den richtigen Preis oder das passende Gehalt bestimmen?
Nein. Ein tragfähiger Betrag entsteht aus Kalkulation, Aufgaben, Verantwortung, Vergleichswerten und deinen Rahmenbedingungen. Tarot kann ergänzend sichtbar machen, welche Ängste oder Gewohnheiten deine Entscheidung beeinflussen.
Was mache ich, wenn ich meine Forderung im Gespräch sofort relativiere?
Bereite einen klaren Satz vor und nenne danach nicht ungefragt einen niedrigeren Betrag. Falls Rückfragen kommen, sprich über Umfang, Verantwortung oder Alternativen, statt deine Forderung vorschnell zurückzunehmen.
Sollte ich vor jeder Verhandlung Karten ziehen?
Nicht zwingend. Nutze eine Legung gezielt, wenn du ein wiederkehrendes Muster untersuchen möchtest. Für die eigentliche Verhandlung sind aktuelle Zahlen, klare Bedingungen und vorbereitete Formulierungen wichtiger.
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